Alles hat ein Ende.


01.07.-18.07.2023

In den letzten Tagen standen nochmal die größten Highlights unseres Ausflugs für mich an. Wir sahen nicht nur San Francisco mit der Golden Gate Bridge, sondern auch andere Sehenswürdigkeiten, wie den Grand Canyon. Doch so oft, wie von dort Fotos gemacht wurden, findet nun auch wieder der allseits bekannte Spruch der Überschrift mit der Wurst Anwendung.

Ein unvergesslicher Abschluss

So unpoetisch wie die Redewendung, fanden auch die ersten Konversationen – wieder in deutsch mit meinen Mitreisenden Anwendung. Es wurde ungefiltert mit Cedric und seinen Freunden über all die Vorteile in den USA und das, worauf man sich auch wieder in Deutschland freut gesprochen. Als ich meinen Schulplaner am Anfang beim College kaufte und startete die Tage herunter zu zählen, glaubte ich nach meinem Abbruch in Dresden ehrlich gesagt nicht, dass ich es die elf Monate und zwei Tage. Als es dann aufs Ende zu ging streiften viele Gedanken durch meinen Kopf. Dazu hatte ich auf den circa 2000 Kilometern Strecke Roadtrip auch mehr als genug Zeit.
Ablenken konnte ich mich dabei aber gut an den unfassbaren Orten, die wir zwischen Sacramento und Albuquerque noch sehen durften. Dass ich diese Orte überhaupt sehen würde, ein Jahr nach Abschluss meiner Ausbildung und der Unverträglichkeit meines Körpers mit Reisen, hätte ich mir vor wenigen Monaten auch nicht vorstellen können.
So hatte ich die Möglichkeit San Francisco zu sehen. Eine wunderschöne Stadt am Pazifik mit vielen Möglichkeiten. Diese wurden mir am ersten Abend von einem Bewohner der Stadt gezeigt. Dieser leihte Rike, mit der ich schon den Ausflug nach Washington DC im Januar gemacht hatte, sein Sofa zum Couchsurfing.
Als ich erfuhr, dass Rike auch in der Stadt war, verabredeten wir uns gleich auf einen TooGoodToGo Bubble Tea und machten die Stadt in der Dunkelheit unsicher. Als ich am nächsten Tag realisierte, wie voll die Orte sind, wo am Abend davor fast kein Mensch war, schätzte ich die „Local Guide“ Tour mit einem Stopp bei „In n Out Burger“ umso mehr. Orte, wie das Pier 39 waren brechend voll und man musste sich seinen Weg durch die Menschenmassen bahnen. Die berühmten Bahnen in San Francisco konnte ich dann leider nicht fahren, weil die Schlangen davor so lang waren, dass wir einen extra Tag dort gebraucht hätten.
Stattdessen trafen wir weitere Teilnehmer des Programms, die von ihren Erlebnissen auf Hawaii berichteten. Wir aßen gemeinsam und machten uns dann wieder zurück zum Hostel, wobei wir zu Fuß schneller waren als die anderen mit dem ÖPNV. Zufällig waren sie im gleichen Quartier und wir spielten noch ein paar Runden UNO, was aber aufgrund der Erlebnisse und die Geschichten dazu von jedem eher zweitrangig wurde. Somit ging ein weiterer wunderbarer Abend zu Ende.

Die Stadt der Stars und Sternchen

Der nächste Stopp war der Yosemite Nationalpark. Dort gab es neben großen Bäumen, nassen Wasserfällen und hohen Bergen und Hitze keine neuen Überraschungen. Trotzdem war es auch dort wieder sehr eindrücklich, ein paar Schritte zwischen Bäume zu setzen, die die Erde teilweise mindestens schon so lange kennen wie Jesus. Es war interessant zu lesen, wie sie sich durch ihre Robustheit bei Bränden sogar einen Vorteil verschaffen. Zwar waren manche der Mammutbäume am Stamm komplett verkohlt, jedoch waren die Nadeln trotzdem grün. Allerdings sterben die „schwächeren“ Pflanzen um sie herum, wodurch mehr Nährstoffe im Boden für sie bleiben und auch mehr Licht in der Krone auf sie fällt. Es fühlt sich so als ein wandert man durch einen Märchenwald – jedoch macht man das bei über 30°C auch nicht sonderlich lang.
Also ging es dann weiter nach Los Angeles. Dort beschafften wir uns nach unserer Ankunft in der Unterkunft mit Whirlpool einen Überblick über die Stadt und zum weltbekannten Hollywood Schild einen Überblick über die Stadt. Meine Mitreisenden – alles Gamer – waren fasziniert und scherzten darüber, wie sehr die Stadt dem Computerspiel GTA V nachempfunden ist.
Nachdem wir uns anschließend wegen unterschiedlichen Interessen beim Berlin Forest, der durch die Städtepartnerschaft der beiden Städte getauft wurde, trennten, ging es weiter zum Walk of Fame. Man kennt es spektakulär aus dem Fernsehen, wie Promis eine Auszeichnung dort bekommen. In der Realität steht man in einer sehr warmen Stadt und sieht viele Sterne auf dem Boden, nicht weil man zu wenig getrunken hat, sondern weil die Künstler, deren Namen in den Sternen eingraviert wurde in der Musik- und Filmindustrie und Literatur Großes geleistet haben. Viele davon kannte ich allerdings leider nicht und man wird von den vielen Obdachlosen etwas desillusioniert.
Mein Highlight war dann stattdessen der Santa Monica Pier. Dort genossen wir nicht nur einen wunderschönen Sonnenuntergang, sondern hielt ich auch meine Füße das erste Mal in den Pazifik, der überraschend warm war. Ich kann auf jeden Fall verstehen, warum viele Menschen den Traum pflegen an diesem Ort ihren Tag zu starten oder zu enden.

Einmal durch die Wüste

Weiter ging es mit abenteuerlichen Temperaturen oberhalb der 40°C nach Las Vegas und dem Grand Canyon. Zu Las Vegas bleibt mir nicht viel zu sagen, außer, dass man dort nicht nur schnell Geld verliert, sondern auch leicht an einer kompletten Reizüberflutung leidet. Dafür hatten wir ein erschwingliches Hotel, sogar mit Pool!
Für den Grand Canyon machten wir sogar zwei Stopps. Der erste war im Gebiet, das noch von den Ureinwohner besessen und verwaltet wird. Dort ist der berühmte Skywalk, den wir uns natürlich auch anschauten. Meine Gastmutter meinte, dass sich die Leute dort im Schnitt nicht länger als 12 Minuten aufhalten. Dafür nehmen sie lange Wartezeiten und eine Fahrt durch die Wüste in Kauf. Das war bei uns nicht viel anders. Allerdings gönnten wir uns noch ein Essen über dem Skywalk im eigenen Grand Canyon Restaurant.
Danach ging es direkt weiter zu unserem Schlafplatz. Einer Lodge im Nationalpark am westlichen Ende des Grand Canyons. Dieser wird vom Innenministerium der USA geleitet und wir wurden von einer netten jungen Dame mit starkem französischen Akzent spät in der Nacht begrüßt. Nach kurzem Schlaf und dem Wachklingeln des übereifrigen Roomservices der schon vor Check-out sauber machen wollte, ging es nach einem Spaziergang durch die Geschichte des Grand Canyons auch wieder weiter zum letzten Punkt unserer Reise.

Albuquerque, New Mexico

Dank der Klimaanlage im Auto schafften wir es lebend nach Albuquerque, wo wir noch einen Tag verbrachten. Eigentlich wollten wir uns auf Wunsch der anderen das Walter White Haus aus Breaking Bad anschauen, was nach Aussage von Cedric aufgrund eines neuen Besitzers und starker Modifikationen nicht mehr wünschenswert ist. Stattdessen besuchten wir den Shop und schauten uns den Stadtkern an, welcher auch sehr schön ist. Nach einer weiteren Nacht war es endlich so weit. Abflug Richtung Deutschland. Cedric schaffte die anderen zum Flughafen, wir packten unsere Sachen, gaben den Mietwagen ab und verbrachten die Zeit bis zu unserem Flug am Flughafen in Albuquerque. Bei der sechsstündigen Wartezeit wurde ich nach meiner ersten Frage an einem Souvenirstand nach einer Briefmarke direkt wieder als Deutscher enttarnt, womit ich mich mit meinem Akzent nun auch nach einem Jahr scheinbar immer noch deutlich auffalle.
Weiter ging es dann nach Atlanta, wo wir unseren Anschlussflug nur durch die Verspätung des Fliegers schafften weiter nach Baltimore. Dort nahmen wir uns ein Taxi nach Washington D.C, wo wir weitere 13 Stunden auf den letzten Flug nach Deutschland warten mussten.

Zurück nach Deutschland

Nach fast einem Jahr und einigen Träumen darüber war es dann am 11.07. soweit. Alle verbliebenen Teilnehmer stiegen in die Lufthansa Maschine Richtung Frankfurt. Man sieht (fast) all die Menschen wieder, die man während den 1,5 Jahren seit denen man sich kennt und freut sich darüber. Auf der anderen Seite ist jedem klar, dass damit etwas endet. Etwas das und alle verändert hat, inklusive mir. Ich habe so vieles erlebt, was ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Aus Begegnungen wurden Freundschaften, aus Wünschen Wirklichkeit. Doch wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Das war der perfekte Zeitpunkt dafür. Mir ging es hervorragend, habe mich sehr wohl gefühlt aber es war auch mal wieder an der Zeit, Familie und Freunde in Deutschland wieder zu sehen.
So kam es auch. Ganz nach meinen Erwartungen wurde ich in Frankfurt von einem Freund begrüßt und die erste Mahlzeit – ich schäme mich fast ein bisschen dafür – war dann Burger King. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann in den Zug. Dieser musste am Hauptbahnhof in Frankfurt direkt getauscht werden, da er defekt war. Von dort aus ging es dann ohne Probleme über Leipzig wieder in die Heimat, wo mich meine Familie empfangen hat.
Es war ein wunderbares Gefühl, Menschen, die man vermisst hat, wieder zu sehen, durch den Garten zu gehen und die gewohnte Umgebung wieder zu haben. Es war ziemlich genau so wie ich es mir vorgestellt habe.
Jetzt heißt es in Deutschland wieder Fuß fassen, einen Job finden und sich wieder einleben.

Damit endet mein Jahr in den USA und auch wenn ich vielleicht nicht ausdrücken kann, wie und was alles in den letzten Wochen passiert ist, bin ich trotzdem mehr als dankbar und glücklich darüber. Ich freue mich, dass so viele Menschen an meinem Jahr in den USA interessiert waren und mein Blog somit über 3200 Aufrufe bekommen hat. Ich kann euch solch eine Erfahrung nur empfehlen!


2 Antworten zu “Alles hat ein Ende.”

  1. Danke das ich dich in dem Jahr als einer meiner Freunde gewinnen konnte und schon auch wundervolle Erinnerungen mit dir teilen darf.

  2. Danke für alle Berichte und Fotos,schön dass du alles so gut geschafft und gemeistert hast.Es ist eine große Leistung!.Für die Jobsuche und deinen weiteren Lebensweg alles Gute,bleib behütet,viele Grüße von Christoph und Martina

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