Abschied nehmen von Freunden und dem Auto


21.05.-11.06.2023

Seit dem letzten Blogbeitrag sind nun schon wieder drei Wochen vergangen und es ist viel passiert. Es sind nun die letzten Französinnen nach Hause geflogen aber es ist keinesfalls ruhiger geworden. Die letzten Verpflichtungen für das Programm standen an und ich habe viel mit amerikanischen Freunden stattdessen gemacht. Damit sind auch die verbliebenen Hürden vor der Abreise genommen und es steht die letzte Arbeitswoche bevor.

Eine Woche mit „Up’s“ und „Down’s“

Die Woche vom 22. Mai startete hart. Meine beste Freundin, die ich hier kennen lernen durfte ist zurück nach Frankreich geflogen am Montag. Dafür habe ich mir extra ein paar Stunden frei genommen von der Arbeit um sie am Flughafen zu verabschieden. Auch dieses Mal gab es dabei einen Zwischenfall wie schon beim letzten Mal, als ich sie zum Flughafen schaffte und sie noch eine Woche Urlaub im Süden der USA machte wobei mein Reifen die Luft verlor. Dieses Mal habe ich ein Parkknöllchen bekommen, nachdem ich mein Auto rechtswidrig am „Drop-Off“ verlassen habe. Lange hatte ich Angst vor diesem Tag, weil nach wie vor immer noch mehr als ein Monat übrig war bevor auch ich wieder zurück nach Europa fliege.
Allerdings war noch eine der Französinnen da, die mich für die verbliebene gemeinsame Woche aufheiterte und viel mit mir unternommen hat. Es hat sich so gut angefühlt, sich auch einfach mehrere Stunden miteinander zu unterhalten, nicht nur über das Jahr, sondern über wirklich alles. Das fehlt mir inzwischen etwas und ich habe das sehr schätzen gelernt.
Die Woche endete aber wunderschön mit einem Fahrradausflug über ca. 40km im Cuyahoga Valley National Park. Für mich war das wahrscheinlich der schönste Ort in Ohio und wirklich einen Ausflug wert. Früher diente der Weg als Schiffskanal, wo noch mit Tieren die Schiffe durch das Tal gezogen wurden. Das ifi hat mich dazu eingeladen und es kamen einige Freunde. Außerdem waren wir noch in einer Arcade Bar mit alten Videospielen in Cleveland, was auch eine spannende Erfahrung war! Die restliche Zeit habe ich größtenteils auch mit der Französin verbracht, wir waren im Kino, haben das restliche Essen gekocht und den Abschied vorbereitet.

Endlich das auto verkauft

Nachdem die folgende Woche mit dem Memorial Day und damit einem Feiertag bei Cedar Point startete, war der Terminkalender nicht mehr sonderlich voll, da am Dienstag die letzte Französin sich auf ihre Rückreise begab. Das bot mir die Möglichkeit auch meine Heimreise in die Wege zu leiten und nach einem oder einer potentiellen Käufer bzw. Käuferin für mein Auto zu schauen. Am liebsten hätte ich meinen Honda Fit mit nach Deutschland gebracht, nachdem er mich bei jedem Abenteuer treu begleitet hat und mich zuverlässig überall hingebracht hat. Das wäre allerdings nicht wirklich wirtschaftlich.
Stattdessen zeigte sich der Sohn einer Arbeitskollegin interessiert an dem Auto und war überrascht von dem guten Zustand trotz des Alters und Kilometerstands. Allerdings hatte er trotz dem Interesse dann doch nicht genügend Geld um sich das Auto zu kaufen. Jedoch hatte auch eine andere Arbeitskollegin, mit der ich bei Cedar Point war, bereits Interesse an meinem Auto gezeigt. Also fuhr ich am Samstag nach Grafton um mit ihr eine Probefahrt zu machen. Ihr gefiel das Auto und ihr Bruder, der Mechaniker ist meinte, dass man für den Preis wohl kaum etwas besseres bekommt. Daraufhin habe ich mein Auto verkauft, kann es noch bis zum kommenden Freitag fahren, bis ich fertig mit der Arbeit bin und habe meinen ungefähren Wunschpreis für das Auto bekommen.

Die letzten Wochen in Ohio

Diese Woche habe ich dann größtenteils mit Arbeit im Kindergarten und der Autowaschanlage verbracht um mich von meiner „Einsamkeit“ abzulenken. Das Wetter war trotz schlechter Luftqualität wegen der Waldbrände in Kanada für die Autowaschanlage bestens und es gab viel zu tun. Besonders hat es mich gerührt, als einer meiner Kollegen dann sagte, dass ich wohl die erste Person sein werde, die er vermissen wird. Auch alle anderen, mit denen ich täglich zusammen gearbeitet habe fanden es sehr schade, dass nun nur noch zwei Tage übrig sind, bevor ich kündigen muss. Der Job hat mir zunehmend mit besserem Wetter und mehr Routine immer mehr Spaß gemacht, was vor allem auch meinen Kollegen geschuldet war.
Das trifft auch auf die Arbeit im Kindergarten zu, wo ich zum Ende hin nahezu mehr der Haupterzieher in der Gruppe war, als der „Teacher Assistant“. Das lag daran, dass die Erzieher im Sommer eine extra Gruppe von Schülern während der Ferien bekommen und dafür viel umgeräumt und geplant haben. Zur Belohnung gab es ein wunderbares Arbeitszeugnis und ein leckeres Abschiedsessen am kommenden Freitag.
Zudem blieb gestern (Samstag) noch Zeit ein letztes Mal zu Cedar Point zu fahren, allerdings nicht um Achterbahnen zu fahren, sondern um den Wasserpark zu sehen.
Ich war zuerst nicht sicher, ob ich wirklich gehen kann, da mich noch eine Erkältung erwischt hat, jedoch war das aufgrund der warmen Temperaturen dann doch kein großes Problem. Leider war jedoch Vieles geschlossen, da es an Personal fehlte aber es war trotzdem ein schöner Ausflug. Danach gab es dafür aber noch ein Eis bei der ältesten Molkerei Ohios

Aublick

Vorgestern war offiziell der zehnte Monat geschafft und genau in einem Monat werde ich schon am Flughafen sein um zurück nach Deutschland zu fliegen. Darüber denke ich zwar immer noch oft nach, allerdings ist es schwer zu realisieren, dass es erstens so schnell vorbei ist und zweitens dass man jetzt gehen muss, wo man sich endlich gut eingelebt hat und auch ohne Französinnen und Franzosen gut „klar kommt“. Das war wohl in den letzten zwei Wochen die größte Herausforderung, vor allem abends. Normalerweise haben wir dann gemeinsam etwas unternommen und wenn nicht habe ich mit Cedric telefoniert. Er hatte allerdings Besuch von seinem Vater und damit auch nur eingeschränkt Zeit. Ich lag dann oft in meinem Bett, wusste nichts mit mir anzufangen und war einfach nur traurig.
Auf der anderen Seite finde ich es inzwischen auch ganz schön, da ich dadurch mit anderen Freunden mehr mache und andere Dinge erlebe. Ich habe mich am Anfang schwer getan, mich darauf einzulassen. Es ist eben „einfach nicht das Gleiche. Aber das muss es ja eigentlich auch gar nicht.
Nun bricht die letzte Woche Arbeit an, worauf ich schon mit einem lachenden und weinenden Auge schaue, bevor dann am Mittwoch schon das Abschlussseminar stattfindet und mir dann eine Woche vor der Reisephase an der Westküste bleibt. Ich hoffe, dass ich mich bis dahin noch gebührentlich von allen verabschieden und die Zeit so gut wie möglich genießen kann bevor dann wieder ein neues Kapitel beginnt. Den Abschlussbericht werde ich dann vermutlich in den kommenden Wochen auf meiner Blogseite veröffentlichen.


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