Dudelsackklänge und Fliegende Muffins


19.09. – 25.09.20222

Es war wieder eine Woche mit vielen „das ist das erste Mal“ Erlebnissen und vielen interessanten Begegnungen mit viel Austausch. Besonders das Wochenende war besonders spannend durch den Ausflug zur Skyview Ranch in Millersburg. Von Montag bis Donnerstag war ich wieder sehr produktiv, sodass mir in manchen Momenten sogar langweilig war, da ich alle To-Do’s schon geschafft habe.
Es ist trotzdem unfassbar, wie verschieden jede Woche ist und mit welchen Eindrücken und Gefühlen man jeden Abend ins Bett geht.

Holpriger Start

Die Woche startete allerdings eher unterdurchschnittlich, indem meine Gasteltern ca. 5:30 Uhr den Fernseher anschalteten um den Dudelsack-Klängen zur Beerdigung der Queen zu folgen. Ich habe es mir dann für ein paar Minuten mit angeschaut und anschließend realisiert, dass ich doch für eine Stunde zum College muss. Da habe ich auch schmerzlich realisiert, wie viel sich die neue Professorin vorgenommen hat im Fach Einleitung in Soziale Arbeit. Ich versuche mir aber darüber nicht als zu viele Sorgen zu machen auf anraten von zwei sehr erfahrenen Personen in diesem Bereich. Also werde ich es einfach auf mich zukommen lassen. Der Tag wurde besser, als ich die Kommentare vom letzten Blogbeitrag gelesen habe (vielen Dank!) und mit den vertrauten anderen Programmteilnehmern telefoniert habe. Dabei hatte ich eine gute Balance zwischen Komfortzone und Nervenkitzel.

erfolreich durch die woche kommen

Der Rest der Woche verlief sehr routiniert und ich habe hier und da neue Strategien beim studieren ausprobiert. Unter anderem mussten wir eine „Unterrichtsstunde“ über Herkunft für 4-Jährige planen. Dabei sollte ich ihnen etwas über ihre kulturellen Wurzeln und Traditionen bzw. die ihrer Vorfahren beibringen. Ich konnte auch die Collegeleiterin bei einem „Walk and Talk“ kennen lernen, wo sie über das College erzählt hat und herum führte. Am Donnerstag war ich überrascht, dass ich schon den „Pflichtteil“ der Woche geschafft habe, da wusste ich vor lauter Schreck gleich gar nicht, was ich mit meiner Zeit anfangen soll.
Also habe ich mit meiner Bewerbung an meiner Bewerbung für das Praktikum im US-Kongress begonnen und bei einem Telefonat einem Bewerbungsgespräch als Assistenz-Erzieher im Collegekindergarten (Children’s Learning Center of the Lorain County Community College) zugestimmt. Das ist alles ziemlich aufregend und ich bin gespannt, wie das Gespräch morgen wird!

Klassenfahrt am Wochenende

Am Freitag sind wir mit den anderen internationalen Studenten nach Millersburg zur Skyview Ranch gefahren. Schon allein die Fahrt war ein Erlebnis. Im BMW durch die unendlichen Maisfelder und typisch roten „Barns“ (Farmhäuser). Dazwischen fährt des Öfteren eine Pferdekutsche von den „Amish People“ durch, eine kulturelle, religiöse Gruppe von täuferisch-protestantischen Menschen. Diese Glaubensgemeinschaft geht sogar auf deutsch-schweizerische Siedler zurück und sind hier bekannt für die hochwertigen Möbel und Häuser.
Angekommen erwartete uns ein typisches Jugendherbergen Zimmer in amerikanisch mit Heizung, externem Bad und einer großen Haupthalle. Verteilt auf dem Gelände gab es auch einen Teich, ein kleines Schwimmbad und viele andere Freizeitmöglichkeiten, wie Fußballfelder und Pavillons.
Neben uns waren dort noch Schüler von zwei anderen Universitäten, gegen die wir an diesem Wochenende angetreten sind und uns gemeinsam über verschiedene Kulturen ausgetauscht haben. Den detaillierten Plan des gibt’s als Foto weiter unten.

Erinnerungswürdige dinge von der skyview ranch

Am schönsten war der Austausch mit den verschiedensten Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und ich habe sogar Fische gefangen! Wir haben uns über so viele Dinge ausgetauscht und ich konnte sogar mein (erschreckend stark) eingerostetes französisch viel nutzen. Bei der Diskussion am Samstag über Weltansicht und Religion hat man einen sehr guten Eindruck über die Ansichten von Menschen aus unterschiedlichsten Teilen der Welt bekommen. Dabei war ich in einer kleinen Gruppe von 5 Personen. Ein atheistischer Franzose, ein indischer Hindu und ein christlicher Afrikaner, moderiert von einer brasilianischen Christin. Da ist man überrascht wie friedlich man sich über solche tiefgründigen Themen austauschen kann, wenn man die Kriege und Probleme in der Welt sieht.
Auf der anderen Seite war ich etwas überrascht, als bei manchen Herausforderungen gegen die anderen Universitäten mit Muffins in Schleudern quer durch die Halle geworfen wurde oder Taschentuchpackungen schnellstmöglich komplett geleert bzw. verschwendet wurden. Das gleiche beim Tauziehen mit der Schwierigkeit, dass die Zuschauer überall auf und unter einem Rasierschaum verteilen. Dementsprechend sah ich danach aus. Das Essen, was nicht rum geworfen wurde, war aber sehr lecker!


Heute Mittag ging es mit wenig Schlaf mit einem Kuwaiter in einem großen Pick-Up Truck abenteuerlich wieder zurück nach Avon. Uns hat dabei leider der Regen etwas überrascht und die ganzen Sachen sind auf der Ladefläche nass geworden. Also sind wir am Sonntag erstmal auf die Suche nach einer Abdeckplane gegangen. Nach erfolgreichem Kauf hat die Sonne auch wieder geschienen. Meine Sachen waren zum Glück alle trocken und ich habe sogar meine Powerbank wieder gefunden, die ich seit meiner Ankunft in Ohio vermisst habe.
Danach hatte ich noch genug Zeit, die Woche nachzubereiten und die etwas Sport zu machen. Auch für die nächste Woche bin ich bereit und beende die Woche mit diesem Blogbeitrag und einem Telefonat mit meinen Freunden, die auch beim Programm teilnehmen.

Fazit

Ich war in dieser Woche wieder sehr dankbar für jede Minute und Erfahrung, die ich machen konnte. Besonders das Wochenende war sehr schön und so amerikanisch auf der Ranch, wie in den typischen Horrorfilmen aus den USA (zum Glück ohne Horror außer die Schlafzeit – die war sehr kurz). Es ist großartig zu sehen, was man durch Austausch mit anderen Kulturen/Menschen und Sprache im allgemeinen erreichen und erleben kann; so viele interessante Geschichten, Gespräche und Sichtweisen. Da vergisst das Heimweh nahezu komplett. Trotzdem hatte ich ein interessantes Deja-Vu in einer meiner abendlichen Spaziergänge, das sehr vergleichbar mit meinem Schulweg in der Dunkelheit im Herbst in Dresden war.
Nächste Woche stehen gleich zwei Events an. Eine Apfelernte und ein Herbstfest. Ich besuche auch die Franzosen und koche mit ihnen Nudeln in ihrer WG.
Damit wünsche ich auch euch eine schöne neue Woche!


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